Sinn und Zweck der Ankaufuntersuchung

Nach den heute geltenden gesetzlichen Regelungen ist ein Pferd u.a. als mangelhaft anzusehen, wenn es bei Übergabe nicht die im Vertrag vereinbarte Beschaffenheit aufweist oder aber es sich nicht zu dem vertraglich vorausgesetzten Verwendungszweck eignet. Die gesundheitliche Beschaffenheit eines Pferdes ist daher im Rahmen des Pferdekaufvertrags ein wesentliches Merkmal.
Sowohl für den Verkäufer als auch den Käufer ist die Feststellung des Gesundheitszustandes des Pferdes bei Übergabe von Bedeutung für eine spätere Auseinandersetzung, falls der Käufer Mängel rügen möchte. Die Feststellung des Gesundheitszustandes eines Pferdes kann durch eine tierärztliche Ankaufs- oder Verkaufsuntersuchung festgehalten werden.

Grundlegend dient die tiermedizinische Kaufuntersuchung nur der Erhebung relevanter tiermedizinischer Befunde und nicht der Feststellung von Sachmängeln im rechtlichen Sinne. Dokumentiert wird eine Momentaufnahme des gesundheitlichen Zustandes des Pferdes zum Zeitpunkt der Untersuchung. Nachdem es bei rechtlichen Streitigkeiten immer wesentlich auf den gesundheitlichen Zustand des Pferdes bei Übergabe ankommt, sollte die Kaufuntersuchung zeitnah mit dieser in Auftrag gegeben werden. Wer die tierärztliche Untersuchung in Auftrag gibt und deren Kosten zu tragen hat, hängt von den individuellen Vereinbarungen ab. Üblicherweise bezahlt derjenige den Tierarzt, der den Auftrag erteilt hat.

Zusammenfassend sollte sich jeder Pferdeliebhaber darüber im Klaren sein, dass ein günstiges Pferd ebenso hohe Unterbringungs- und Tierarztkosten verursacht, wie ein teures Pferd. Mögliche Kosten für eine Ankaufsuntersuchung sollten daher in die Kalkulation des Kaufpreises von vornherein genauso einbezogen werden, wie Kosten für Transport, Zubehör, Stallkosten, Hufschmied und regelmäßige Impfungen. Durch eine Ankaufsuntersuchung kann man das Risiko, in absehbarer Zeit nicht mit aufwendigen Tierarztbehandlungen belastet zu werden, nicht ausschließen aber doch zumindest einschränken. Vom Tierarzt kann allerdings nicht erwartet werden, dass er eine Prognose für die Zukunft stellt.

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